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Wie wird die SPNV-Infrastruktur bereitgestellt und finanziert?

Der größte Teil der Eisenbahninfrastruktur in Deutschland wird von DB Netz und DB Station&Service betrieben. Dennoch gibt es auch regional bedeutende Eisenbahninfrastruktur, die von Dritten wie beispielsweise der Altona-Kaltenkirchen-Neumünster Eisenbahn (AKN) oder der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) angeboten wird. Nachfolgend fokussieren wir uns auf die Erklärung der Bereitstellung und Finanzierung der bundeseigenen Infrastruktur der DB.

Netz

DB Netz stellt die Schienenwege und Abstellanlagen für die Züge zur Verfügung und steuert über die Leitzentralen und Stellwerke den Betrieb von Nah-, Fern- und Güterverkehr auf dem rund 33.000 Kilometer umfassenden Streckennetz.

Das Schienennetz wird durch die vielen Züge stark beansprucht. Daher müssen Gleise, Weichen und Signalisierung regelmäßig instandgehalten und auch ersetzt werden – mit entsprechenden Auswirkungen auf die Verfügbarkeit. Ein zwar leidiges Thema für unsere Fahrgäste, aber leider nicht zu vermeiden.

Das deutsche Schienennetz ist an vielen Stellen stark veraltet und soll bis 2035 digitalisiert werden – dies ist dringend notwendig, wird aber auch dazu führen, dass das Baugeschehen noch über 2030 hinaus weiterhin sehr hoch bleibt.

Zur Finanzierung des Schienennetzes der DB stellt der Bund über die Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung jährlich erhebliche Mittel zur Verfügung. Bis 2029 werden hier insgesamt rund 86,2 Mrd. Euro investiert.

Ein weiterer wichtiger Pfeiler in der Finanzierung der Schienenwege sind die Trassenentgelte, die als eine Art Schienen-Maut von allen EVU erhoben werden, die auf dem Streckennetz unterwegs sind. Allein der SPNV bezahlt aus den Regionalisierungsmitteln jährlich rund 3,4 Mrd. Euro für die Nutzung der Schienenwege.

Stationen

DB Station&Service betreibt insgesamt ca. 5.400 Stationen – vom großen Hauptbahnhof in Berlin, Hamburg oder Frankfurt (Kategorie 1) bis hin zu nur saisonal genutzten, sehr kleinen Haltepunkten im ländlichen Raum (Kategorie 7). Während nur 21 Stationen den wirklich großen Bahnhöfen zugeordnet werden, entfallen auf die eher ländlich geprägten Stationen rund 3.400 und somit über 60 Prozent aller Stationen – diese sind den Kategorien 6 und 7 zugeordnet. In der Kategorie 7 gibt es dann zum Beispiel auch keine Sitzgelegenheiten oder Wetterschutz mehr.

Für die Nutzung des verkehrlichen Teils der Stationen (Zuwegungen, Aufgänge und Bahnsteige) erhält auch Station&Service Nutzungsentgelte. Allein durch den SPNV sind das rund 800 Mio. Euro pro Jahr. Die sogenannten Empfangsgebäude bewirtschaftet und vermarktet DB Station&Service separat.

Darüber hinaus erhält DB Station&Service auch Mittel aus der oben genannten LuFV u.a. für die Erstellung von Wetterschutzanlagen auf den Bahnsteigen und die Herstellung der Barrierefreiheit. Damit die Fahrgäste noch schneller diese Verbesserungen nutzen können, finanzieren die Aufgabenträger an vielen Stationen Aufzüge, Rolltreppen und weitere aufwertende Bahnhofselemente.

Energie

Auch für den 16,7 Hz und 50 Hz-Bahnstrom – und für Dieselkraftstoff – muss gesorgt werden. Dafür erzeugt und beschafft die DB Energie verschiedene Energieträger und versorgt das System Schiene. Die EVU bezahlen hierfür über das Bahnstrompreissystem den von ihnen genutzten Strom. Analog hierzu erfolgt der Verkauf von Dieselkraftstoff bei Bedarf auch über DB Energie. Zusätzlich fördert der Bund den Energielieferanten, der an seinen rund 5.400 Stationen für Licht, Wärme und Strom sorgt. Die DB Energie hat sich als Ziel gesetzt bis 2038 den Anteil an erneuerbaren Energien auf 100 Prozent zu steigern – es fehlen Stand 2020 also „nur“ noch 39 Prozent zum avisierten vollständigen Grünstrom.