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Wer finanziert und wartet SPNV-Fahrzeuge?

Die Beschaffung, Finanzierung und Instandhaltung von Fahrzeugen sind ein essenzieller Faktor für den funktionierenden Schienenpersonennahverkehr (SPNV) und stellen einen großen Kostenblock in der Verwendung der Regionalisierungsmittel dar.

Bei der Fahrzeugbeschaffung gibt es je nach Aufgabenträger und gar Ausschreibung verschiedene Varianten, die zur Anwendung kommen. In vielen Fällen ist es die alleinige Aufgabe des Eisenbahnverkehrsunternehmens (EVU) passende Fahrzeuge auszuwählen, die den Anforderungen der Vergabestelle entsprechen, zu beschaffen und zu finanzieren. Vermehrt erhalten die EVU hierbei Unterstützung durch Finanzierungsinstrumente der Länder und Aufgabenträger, die das Risiko und somit die Finanzierungskosten senken und dadurch die Wettbewerbsfähigkeit der EVU erhöhen. Als besonders erfolgreich haben sich hier die Kapitaldienst- und Wiedereinsatzgarantie gezeigt. In einigen Fällen jedoch übernehmen die Länder und Aufgabenträger die Zuständigkeit für die Fahrzeuge vollständig und stellen den EVU die Fahrzeuge zum Betrieb lediglich zur Verfügung. Sie gründen dafür meist Landesfahrzeuggesellschaften oder wählen Leasinggesellschaften aus, um die Züge selbst über eine separate Fahrzeugvergabe zu beschaffen und zu finanzieren. Beispiele hierfür sind das RRX-Modell des VRR, der Fahrzeugpool der LNVG und das LCC-Modell der NVBW.

Bei der Instandhaltung existieren ebenfalls verschiedene Modelle, die sich etabliert haben. So gibt es Aufgabenträger, die die Beschaffung bei einem Fahrzeughersteller mit einer Instandhaltung von selbigen für die gesamte Lebensdauer der Züge – also 24 bis 30 Jahre – vertraglich verknüpft haben. In den meisten Fällen jedoch wird die Wartung und Instandhaltung via Verkehrsvertrag an die EVU übergeben, welche diese Leistungen entweder selbst oder durch Dritte durchführen lassen.