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18. September 2014

Verbände sprechen sich für Gebrauchtfahrzeugmarkt im SPNV aus

In einem gemeinsamen Papier setzen sich der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und die Bundesarbeitsgemeinschaft Schienenpersonennahverkehr (BAG-SPNV) unter anderem für einen flächendeckenden Gebrauchtfahrzeugmarkt im SPNV ein. „Die Fahrzeuge sind oft eine Achillesferse im sehr gut funktionierenden Wettbewerb. Denn ohne zugelassene und verlässliche Fahrzeuge kann man die stetig wachsende Zahl unserer Kunden nicht befördern. Da aber gerade bei Neufahrzeugen im SPNV immer wieder die bekannten Probleme auftreten, halten wir die Einrichtung eines deutschlandweiten SPNV-Gebrauchtwagenmarktes, in dem die Fahrzeuge während ihrer technischen Lebensdauer flexibel in verschiedenen Einsatzgebieten fahren können, für sinnvoll und hilfreich. So können die Unternehmen auch kurzfristig auf Fahrzeugausfälle reagieren. Deshalb plädieren wir auch für eine stärkere Standardisierung der Fahrzeuge“, erklären die beiden Präsidenten Jürgen Fenske (VDV) und Dr. Thomas Geyer (BAG-SPNV).

Die Einrichtung eines Gebrauchtwagenmarktes dort, wo es technisch möglich und wirtschaftlich gewünscht ist, ist nur eine von insgesamt 16 Thesen, auf die sich VDV und BAG SPNV in ihrem Papier geeinigt haben. Der VDV vertritt dabei vor allem die Positionen der bei ihm organisierten SPNV-Wettbewerbsbahnen, die BAG-SPNV die der Aufgabenträger. „Der Schulterschluss zwischen allen relevanten Wettbewerbern und den Aufgabenträgern soll an dieser Stelle auch ein wichtiges Signal für die politischen Entscheider im Bund und in den Ländern sein: Wir brauchen sowohl bei der Finanzierung, bei der Beschaffung und auch beim Betrieb von SPNV-Fahrzeugen verlässliche und praktikable Lösungen. Dafür nehmen wir als Branche die an uns gestellten Anforderungen und Herausforderungen an. Wir sind aber andererseits auch auf kalkulierbare Vorgaben durch die Politik angewiesen. Deshalb müssen die gemeinsamen Festlegungen aus dem Handbuch für Eisenbahnfahrzeuge auch schnell und umfassend umgesetzt werden“, so Fenske und Geyer weiter.

Erfolgreicher Wettbewerb durch verschiedene Finanzierungsmodelle

Auch bei den Finanzierungsmöglichkeiten sprechen sich VDV und BAG-SPNV für mehr Flexibilität aus. Es  müsse trotz hoher Kapitalintensität möglichst vielen Unternehmen möglich bleiben, sich an Wettbewerbsverfahren zu beteiligen. Dazu seien, so das Verbändepapier, zum Beispiel unterstützende Finanzierungsinstrumente der öffentlichen Hand geeignet. Diese könnten dafür sorgen, dass der SPNV-Wettbewerb auch dann funktioniere, wenn Bewerber allein keine wettbewerbsfähigen Finanzierungen erhalten. „Kapitalbeschaffung in diesen Größenordnungen laufen nicht nach Schema F. Insofern macht es  Sinn, sich bei den möglichen Finanzierungsmodellen oder Instrumenten nicht auf bestimmte festzulegen. Es liegt in beiderseitigem Interesse, die Finanzierungsmodelle so auszuwählen, dass damit auf Sicht auch der gewünschte Gebrauchtfahrzeugmarkt ermöglicht wird. Daher muss regelmäßig über Notwendigkeit, Art und Umfang von möglichen Finanzierungsmodellen nach der Situation vor Ort und je nach Vergabeverfahren entschieden werden“, so die Präsidenten von VDV und BAG-SPNV abschließend.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Schienenpersonennahverkehr (BAG-SPNV) ist die Interessensvertretung der Bestellerorganisationen des Schienenpersonennahverkehrs:  Wir organisieren den Informationsaus­tausch zwischen unseren Mitgliedern, erarbeiten Konzepte für die Weiterentwicklung des SPNV, vertreten die Inte­ressen der Aufgabenträger des SPNV gegenüber Politik, Öffentlichkeit, Verkehrsunternehmen und Verbänden und beraten den Bund, die Länder, Zweckverbände, Parlamente und Behörden zu allen Fragen des SPNV.