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21. Februar 2012

SPNV-Markt in Deutschland bleibt attraktiv für Bieter

BAG-SPNV stellt Studie zur Marktsituation im Nahverkehr auf der Schiene vor / BAG-SPNV: Rahmenbedingungen für den Wettbewerb müssen aber verbessert werden

Der SPNV-Markt in Deutschland bleibt im europäischen Vergleich für die Bieter attraktiv. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie zum SPNV-Markt, die die BAG-SPNV am 23. Februar bei ihrer jährlichen Fachtagung in Fulda vorstellen wird.

Für die Untersuchung wurden die Entscheider der wichtigsten in Deutschland tätigen Eisenbahnverkehrsunternehmen befragt. Als größtes Problem bei Vergabeverfahren hat sich dabei die Fahrzeugverfügbarkeit und -finanzierung herausgestellt. Über 70 % der Unternehmen sind dabei der Auffassung, dass seit der Finanzkrise 2009 die Problematik der Fahrzeugbeschaffung und -finanzierung das drängendste Thema auf dem Markt des Eisenbahnnahverkehrs ist. An dieser Frage und ihrer Lösung entscheide sich derzeit, welches Unternehmen in der Lage ist, insbesondere in der Konkurrenz gegen die Deutsche Bahn gute Konditionen bei Banken und Finanziers für neue Fahrzeuge zu erzielen.

Als ebenso problematisch bewerten die Unternehmen die heute oft jahrelangen Zulassungsprozesse bei Neufahrzeugen.

Gleichzeitig sind sich die Unternehmen einig, dass der Wettbewerb auf der Schiene immer noch eine Erfolgsgeschichte ist und dass es keine Alternative zur Vergabe im Wettbewerb gibt. Annähernd 100 Prozent der Unternehmen wollen sich auch künftig an Wettbewerbsverfahren in Deutschland beteiligen und ihren Marktanteil auf diese Weise erhöhen.

BAG-SPNV-Präsident Bernhard Wewers: ?Wir wollen im Dialog mit den Bietern gemeinsame Instrumente entwickeln, um die Finanzierungsrisiken in den Griff zu bekommen und um den Markt auch weiterhin attraktiv zu halten. Ohne Wettbewerb gibt es keinen finanzierbaren Nahverkehr und ohne Wettbewerb gibt es keinen Qualitätsfortschritt.?

Für dieses Jahr ist der Start von Wettbewerbsverfahren für rund 120 Mio. Zugkm angekündigt. In den Vorjahren gaben die Aufgabenträger im SPNV Zuschläge für rund 25 bis 40 Mio. Zugkilometer im Jahr ? ein Drittel des jetzt geplanten Volumens. Eine große Herausforderung sowohl für die Besteller als auch die Eisenbahnverkehrsunternehmen, die als Bieter nicht nur sauber kalkulieren, sondern aufgrund der langjährigen Laufzeit der Verkehrsverträge viele zukünftige Optionen genau mit einplanen müssen.

Von einer Überforderung der Bieter oder der Aufgabenträger kann momentan jedoch keine Rede sein. Wewers: ?Es gibt ? 15 Jahre nach der Regionalisierung ? keine Patentlösung, die für jede Linie oder jedes Bundesland passt. Aber wir lernen derzeit so intensiv voneinander wie noch nie. Besteller und Unternehmen werden den Erfolg des Wettbewerbs auch in den kommenden Jahren fortsetzen?.

Die Ergebnisse der Studie ?Bieterengagement im deutschen SPNV-Markt?, die das Beratungsunternehmen KCW im Auftrag von ausgewählten Aufgabenträgern und der BAG-SPNV erstellt hat, werden bei der Fachtagung ?Wettbewerb im SPNV? am 23. Februar in Fulda vorgestellt.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Schienenpersonennahverkehr (BAG-SPNV) ist die Interessensvertretung der Bestellerorganisationen des Schienenpersonennahverkehrs: Wir organisieren den Informationsaustausch zwischen unseren Mitgliedern, erarbeiten Konzepte für die Weiterentwicklung des SPNV, vertreten die Interessen der Aufgabenträger des SPNV gegenüber Politik, Öffentlichkeit, Verkehrsunternehmen und Verbänden und beraten den Bund, die Länder, Zweckverbände, Parlamente und Behörden zu allen Fragen des SPNV.