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8. August 2022

Möglicherweise schadhafte Betonschwellen: DB Netz muss handeln – aber richtig

Kein Verständnis für intransparentes Handeln von DB Netz

Nach dem schweren Zugunglück in der Nähe von Garmisch-Partenkirchen Anfang Juni dieses Jahres ist es für die Sicherheit der Fahrgäste zwingend notwendig, die Streckenabschnitte zu identifizieren, in denen möglicherweise potenziell schadhafte Betonschwellen verbaut wurden. Dieses Vorgehen unterstützt der Bundesverband SchienenNahverkehr ausdrücklich.

„Aktuell ist der Umgang bei DB Netz mit den potenziell schadhaften Betonschwellen das eigentliche Problem. Wir haben keinerlei Verständnis für das intransparente und widersprüchliche Handeln der DB Netz“, sagt Thomas Prechtl, Präsident des Bundesverbands SchienenNahverkehr (BSN). „Anstelle eines einheitlichen und für die Betroffenen nachvollziehbaren Prozesses erhalten unsere Mitglieder widersprüchliche Informationen und werden teilweise sogar vor vollendete Tatsachen wie beispielsweise kurzfristige Informationen über Streckensperrungen gestellt – es fehlt offensichtlich jegliche Prozessteuerung bei der DB Netz.“

Einheitlicher Prozess für Identifizierung und Austausch fehlerhafter Betonschwellen gefordert

Daher fordert der Bundesverband SchienenNahverkehr die DB Netz AG auf, umgehend einen deutschlandweit einheitlichen Prozess aufzulegen, der mindestens folgende Bestandteile umfassen muss:

  • Vollständige Transparenz darüber, welche Streckenabschnitte
    • potenziell betroffen sein könnten und noch geprüft werden müssen (mit konkretem Zeithorizont)
    • vorsorglich und aus welchem Grund auf welcher Länge mit einer Langsamfahrstelle belegt bzw. gesperrt wurden (hier ist der Grund im Vergleich zu anderen Strecken mit Langsamfahrstelle besonders relevant)
    • bereits saniert wurden
  • Veröffentlichung einer regelmäßig zu aktualisierenden bundesweiten Karte der (potenziell) zu sanierenden Streckenabschnitte
  • Vorlage eines belastbaren Zeitplans für die Sanierung der betroffenen Streckenabschnitte

Bildnachweis: © Holger Jacoby