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9. Juli 2026

DB muss Kundenkommunikation vereinfachen und Vertriebskosten reduzieren

Mit dem Sofortprogramm „Bessere Kundenkommunikation“ haben die Deutsche Bahn und das Bundesministerium für Verkehr (BMV) dem angekündigten Umzug des DB Navigator zur DB InfraGO eine Absage erteilt. Damit verzichten sie auf die Chance, aus dem Navigator eine Wettbewerbsneutrale und offene Plattform für Kundenkommunikation- und Vertrieb zu machen.

Am Mittwoch, den 8. Juli 2026, haben die Deutsche Bahn und das Bundesministerium für Verkehr ihr Sofortprogramm „Bessere Kundenkommunikation“ vorgestellt. Anders als im Koalitionsvertrag gefordert und in der „Agenda für zufriedene Kunden“ versprochen werden DB Navigator und bahn.de nicht zur gemeinnützigen DB InfraGO AG umziehen, sondern bei DB Fernverkehr verbleiben. Nicht nur müssen damit Doppelstrukturen und regionale Lösungen aufrechterhalten werden, es verhindert auch die Integration von Wettbewerbern, für die weiterhin weder Preisauskünfte noch Buchungen möglich sind. Hinzukommt eine weitere DB-App, deren Mehrwert erstmal unklar bleibt.

„Zufriedene Kunden werden damit jedenfalls nicht gewonnen,“ schlussfolgert Peter Panitz, Präsident des Bundesverbands SchienenNahverkehr. „Dieses Vorgehen ist vor allem seitens des Bundes ein erneutes Signal dafür, dass nicht das BMV, sondern die DB, die grundlegenden Entscheidungen eigenmächtig für die gesamte Branche trifft. Aus Sicht der Aufgabenträger im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) ist das eine vertane Chance. Die Quasi-Monopolstellung des DB Navigator gehört nicht in die Hand eines Eisenbahnverkehrsunternehmens (EVU) im Fernverkehr mit Gewinnorientierung. Fahrgastinformation muss wettbewerbsneutral funktionieren.“

Die Aufgabenträger fordern eine zentrale App, die für alle Branchenteilnehmenden offen ist, gemeinschaftlich weiterentwickelt und regionalisiert angeboten werden kann. So könnten deutliche Kosteneinsparungen erzielt werden, indem nicht jedes EVU oder jeder Verkehrsverbund eigene Verträge mit Softwareentwicklern eingehen muss. Dass die neue „DB Info App“ diese zentrale App sein soll, ist zumindest in Frage zu stellen. Grundsätzlich muss die Neutralität und die Offenheit gegenüber Ideen der Branche im Zentrum stehen. Der BSN und die SPNV-Aufgabenträger sind bereit, sich bei der Gestaltung solcher Lösungen mit ihrer Expertise einzubringen. Hierzu muss die DB die Branchenakteure aber proaktiv einbinden und die Kundenfreundlichkeit in Gänze in den Vordergrund stellen.

Bildnachweis Foto: © Holger Jacoby