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21. September 2026

1 Monat Tankrabatt = 2 Jahre SPNV: Aufgabenträger fordern Trassenrabatt für den Schienennahverkehr

Die Bundesregierung hat sich mit den Ländern auf einen erneuten Tankrabatt sowie eine Mehrwertsteuersenkung für Kraftstoffe geeinigt. Dies wird den Bund 800 Millionen Euro pro Monat kosten. Genau so viel fehlen dem Schienenpersonennahverkehr (SPNV) für erhöhte Trassenentgelte in den Jahren 2025 und 2026.

Die mit der aufgehobenen SPNV-Trassenpreisbremse einhergehenden Nachzahlungen für Nah- und Regionalverkehre für die Jahre 2025 und 2026 in Höhe von 800 Millionen Euro können die Aufgabenträger, Länder und Eisenbahnverkehrsunternehmen nicht leisten. Hinzukommen erwartete Preissteigerungen im Jahr 2027 von durchschnittlich 7,8 Prozent im SPNV.

Die SPNV-Aufgabenträger rechnen deshalb mit Kürzungen im Verkehrsangebot. Während mit dem Deutschlandticket die Nachfrage ungebrochen ist, werden wichtige Fahrten für Pendler:innen fehlen, die Überfüllung und Unzuverlässigkeit der Züge wird weiter zunehmen. Gerade in Zeiten steigender Kraftstoffpreise ist es notwendig, den Schienenverkehr zu stärken und nachhaltige Mobilitätsformen konsequent zu fördern. „Die Nutzung des ÖPNV hilft in hohem Maße, den Verbrauch von fossilen Energieträgern zu sparen. Eine gesamthafte verkehrspolitische Betrachtung muss daher in Unterstützungsmaßnahmen der Bundesregierung unbedingt den unter Druck geratenen SPNV einbeziehen,“ betont Peter Panitz, Präsident des Bundesverbands SchienenNahverkehr.

Ein Ausweg kann kurzfristig nur sein, das im SPNV entstandene Finanzloch durch einen Trassenrabatt zu füllen, der die Kostenerhöhungen der Jahre 2025 und 2026 deckt. Zwei Jahre Nachzahlungen im SPNV entsprechend einem Monat Tankrabatt für Automobilität – vom SPNV profitieren dabei aber 2,75 Milliarden Fahrgäste pro Jahr. In einem weiteren Schritt muss im Rahmen der Überarbeitung des Trassenpreissystems eine marktkonforme Deckelung der Preise entwickelt werden, die eine Sicherung der Daseinsvorsorge im öffentlichen Nahverkehr ermöglicht.

Bildnachweis Foto: © Holger Jacoby