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21. Juli 2026

Einfach und Effizient: Digitalen Service und persönliche Beratung intelligent verbinden

Die Arbeitsgruppe Tarif und Vertrieb des Bundesverbands SchienenNahverkehr (BSN) und der Deutschlandtarifverbund (DTV) legen gemeinsam ein Positionspapier zum „Vertrieb der Zukunft“ vor. Ziel ist ein Vertrieb, der persönliche Beratung und digitale Angebote intelligent verbindet sowie den Ticketkauf im Nah- und Regionalverkehr einfacher, moderner und kundenfreundlicher macht.

Ein fahrgastorientierter Vertrieb trägt entscheidend zur Attraktivität des Nah- und Regionalverkehres bei. Auch für die Zukunft gilt: Persönliche Beratung bleibt wichtig. Sie wird künftig aber gezielt durch digitale Angebote wie Videoberatung oder Chatbots in Ticket-Apps ergänzt und wird so ortsunabhängig möglich sein. Zusammen mit Tarifreformen werden wir so den vielfältigen Kundenbedürfnissen gerecht.  Gleichzeitig optimieren wir auch bestehende Vertriebsprozesse und tragen zur Kosteneffizienz im System Nahverkehr bei.

Um das zu erreichen, haben sich BSN und DTV auf einen 7-Punkte-Plan verständigt. Er soll den Digitalisierungsschub der vergangenen Jahre nutzen, um Vertriebsangebote und Innovationen wie bspw. Account-Based-Ticketing schneller in die Praxis zu bringen. Der Öffentliche Personennahverkehr sichert soziale Teilhabe und orientiert sich gleichzeitig an den technischen und gesellschaftlichen Entwicklungen.  Das günstige Deutschlandticket hat Tarifwesen, Vertrieb und Einnahmen der Branche maßgeblich verändert. Um diesen Veränderungen zu begegnen, muss die Branche wirtschaftlich tragfähige Lösungen finden. Das beinhaltet u.a. die deutliche Reduzierung der Automatenflotte und die vermehrte Umstellung auf bargeldlose Automaten.

Peter Panitz, Präsident des BSN und Vorsitzender der Gesellschafterversammlung des DTV betont: „Das Deutschlandticket eröffnet Fahrgästen nicht nur neue Möglichkeiten regional übergreifender Mobilität, sondern hat das Ticketing rasant digitalisiert. Die Relevanz klassischer Vertriebswege, wie jenen im Kundencenter oder am Automaten, verändert sich rapide: Umsätze sinken stetig, gleichzeitig bedarf es weiterhin qualitativ hochwertige Beratung an ausgewählten Standorten. Darauf müssen wir reagieren, denn wir wollen die für Fahrgäste wichtigen Kanäle weiterentwickeln und auf der anderen Seite Effizienzmöglichkeiten im Vertrieb heben.“

Johann von Aweyden, Geschäftsführer des Deutschlandtarifverbundes: „Der 7-Punkte-Plan ist nicht nur eine gemeinsam gefundene Grundlage zur Orientierung, sondern liefert Aufgabenträgern konkrete Lösungsansätze. Diese umzusetzen, wird an manchen Stellen Mut erfordern. Die Umsätze im analogen Ticketverkauf sinken mittlerweile drastisch. Es ist daher rein wirtschaftlich nicht vertretbar, diese Kanäle mit demselben finanziellen Aufwand aufrecht zu erhalten.“

Bildnachweis Foto: © Holger Jacoby